SCHNEE-WEHE IN MASSACHUSETTS UND EIN JAHRZEHNT AV-CHAMPIONS IN DEN USA.

Ich war ja schon sehr oft in den USA.

Meist nur für kurze Aufenthalte, bei denen ich nur ein paar Orte sehen, anschließend aber viele interessante Geschichten darüber erzählen konnte. Diesmal ist das nicht so! Diesmal ging es ums Business, Business und nur ums Business. Daher wird dieser Beitrag für Sie, liebe Leser, leider nicht so fesselnd – es gibt nur ein paar kuriose Dinge…

…Das erste davon… SCHNEE!

Nun könnten Sie denken, dass ein Russe niemals am Schnee in anderen Ländern interessiert sei. Eulen nach Athen, richtig? Aber da liegen Sie falsch. Denn das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich SO VIEL SCHNEE gesehen habe – hier in den USA! Ein spontaner, unterbewusster Drang wollte mich ärgerlich machen: „Wie ist das möglich? Gebt uns unseren patentierten, markengeschützten Schnee zurück!!“ Nur ein Wort dazu: merkwürdig. Nein, noch ein Wort: unerwartet.

Schnee-Wehe

Boston snow

Weit weg von den Everglades am Tag vorher 🙂

Boston snow

Boston snow

Eine Woche vorher war die Wettersituation noch schlimmer, wie Sie sicher in den Nachrichten gesehen haben. Da ging der Schnee nicht nur bis zu Hüfte, sondern über den Kopf hinaus! Und es war so kalt, dass sogar die Wellen, die vom Atlantik herankamen, gefroren waren!! Suchen Sie im Internet einmal nach den Bildern/Videos: unglaublich.

Doch als wir dort waren, hatte sich die Lage im Großen und Ganzen normalisiert und es waren nur die großen, schmutzigen Schneehügel am Straßenrand übrig. Ja, wir haben auch in Moskau viel davon in diesem Jahr abbekommen – aber nicht ganz so hoch.

Eigentlich schade, dass wir den Sturm nicht zu seinem Höhepunkt erlebt haben. Wir müssen einfach im nächsten Jahr wieder herkommen. So etwas Extremes habe ich in Moskau in all den Jahren nicht gesehen.

Piles of snow in Boston

Piles of snow in Boston

Piles of snow in Boston

Schwermetall im Dock. Ich frage mich, ob Sie auf ihren Fahrten aufs Meer hinaus Die Ballade vom alten Seemann anhören :).

Dieses Foto wurde von unserem Büro in Woburn, nicht weit von Boston, aus gemacht – nur, um zu zeigen, dass der Schnee über ganz Massachusetts verteilt war:

DSC06255

Doch jetzt ein bisschen Nostalgie!

Vor etwa zehn Jahren wusste kaum jemand, dass wir auch in den USA zu finden sind, viele wollten es auch nicht wissen und hießen uns nicht gerade mit offenen Armen willkommen. Die Markenbekanntheit von Kaspersky Lab war… null. Unsere Kunden waren…(fast) null. Die Aussichten für uns waren… düster. Dennoch beschlossen wir, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Von Anfang an beschlossen wir, dass der Retail-Markt (Schachteln in Regalen) nichts für uns ist. Es war dort einfach schon überlaufen genug und wir hatten eine schlechte Position. Und wir hätten die Läden überzeugen müssen, die Schachteln einer (in den USA) etablierten Marke weg zu nehmen, um Platz für unsere grünen Schachteln zu schaffen. Aber warum um alles in der Welt sollte ein Händler eine etablierte Marke wegnehmen, die sich gut verkauft?

Auch vom Firmen-Markt – großen Unternehmen – hielten wir uns fern. In diesem Bereich ist Markenmacht alles, und das schloss uns schon aus, bevor wir es überhaupt versuchen konnten. Ich erinnere mich an manche Reaktionen bei großen Firmen: „Was für ein Ski-Lab?“ oder „KasperSKY – ist das eine Fluglinie?“ „Nein, ein Nachrichtensender!“.

Also haben wir beschlossen, uns fest auf kleine und mittlere Firmen zu konzentrieren, in deren sprichwörtliche Türen man den sprichwörtlichen Fuß einfacher bekommt.

Doch wie haben wir angefangen?

Nun, zuerst mussten wir ein Partnernetzwerk aufbauen – eines, das das ganze Land abdeckt und es mit dem weltbesten – grünen! – Antivirus bekannt macht! Aber wie kann man das anstellen? Man macht sich auf den Weg – auf der Straße und in der Luft! Und das haben wir getan…

Partnerprogramme, Konferenzen, Ausstellungen, Besprechungen und so weiter und so fort. Aber die Hauptsache war eine „Road Show“ – mehrere davon. Wir mieteten einen kleinen Jet und „machten’s in Amerika“ – auf Tour, im Rock’n’Roll-Stil. Naja, nicht ganz. Aber es gab auch etwas Rock, normalerweise über die Lautsprecher des Jets, anstatt der sonstigen Muzak :).

New York, Chicago, Minneapolis, Denver und weiter und immer weiter. Auch Mexiko: Guadalajara, Monterrey. Ein anderes Mal ging es weiter nach Süden: Mexiko, São Paulo (Brasilien), Buenos Aires (Argentinien), Santiago (Chile).

A decade in USA

A decade in USA

Das war hart. Manchmal zu hart.

Die Mini-Partnerkonferenzen starteten oft bei Sonnenaufgang und ich bin keine Lerche. Eine Produktpräsentation, dann eine kurze Marketingvorstellung, dann ein Vortrag zu den Ins und Outs von Viren und Hackern und wie wir sie bekämpfen. Dann mehrere Besprechungen, dann mehrere tiefe Atemzüge, dann weitere Besprechungen. Dann kamen die Medien. Und dann schaute ich auf meine Armbanduhr und… es war erst Mittag!!

Am Nachmittag gab es von all dem noch mehr – Präsentationen, Vorträge, Besprechungen, Interviews (Ich begann, zu verstehen, wie das Leben für Rockgruppen auf Welt-Tournee ist. Klingt zunächst glamourös und beneidenswert, aber dann – sie müssen die gleichen Songs JEDEN Abend spielen. Denken Sie einmal darüber nach. Aber ich schweife ab.). Am frühen Abend haben wir dann wieder alles in den Jet gepackt und flogen in die nächste Stadt.

Nach der Ankunft las ich meine E-Mails, schrieb in mein Blog und plötzlich war es weit nach Mitternacht! Fünf oder sechs Stunden Schlaf, und dann ging es am nächsten Tag – so wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – wieder genau so los: Morgen – Partner; Mittag – Presse; Nachmittag – Wiederholung; Abend – Flug in die nächste Stadt. Wie ich – wir – das überlebten, werde ich wohl nie wissen. Wie Rockstars das überleben, werde ich ebenfalls wohl nie wissen. Vielleicht kommen daher die Alkoholprobleme? Wir haben den Alkohol nicht angerührt – es war viel zu viel Arbeit und wir brauchten einen klaren Kopf.

A decade in USA

A decade in USA

Ungefähr zu dieser Zeit trat unsere gefeierte Version 6 von Kaspersky Anti-Virus auf – genau zum richtigen Zeitpunkt: Ein Antivirus für Heimanwender, von Grund auf neu entwickelt, geschrieben auf komplett neuer Architektur, mit einer Menge weiterer nützlicher (und bahnbrechender) Funktionen und geringem Ressourcenverbrauch. Das Produkt ließ die Mitbewerber stehen – alle davon.

Was kam dann?

Dann taten wir etwas sehr ungewöhnliches – wir setzten den Preis dafür hoch an und gingen auf den Retail-Markt. Wir erklärten den Händlern unsere simple und einfach zu verstehende Positionierung: „Premiumprodukt, Premiumpreis“ – etwas, das es auf dem Markt einfach nicht gab.

Die Händler mochten diese Idee. Zunächst machten kleine Ketten mit, dann mittelgroße und ein bisschen später auch Walmart, Best Buy, Office Depot und alle anderen – alle hatten unsere Schachteln in ihren Regalen und verkauften sie aktiv…

A decade in US

A decade in US

A decade in US

…Sie verkauften unsere Schachteln sogar so aktiv, dass ein paar Jahre später, im Frühjahr 2010, der aktuelle Bericht der Agentur NPD zu Verkaufszahlen bei Antivirus-Software in den USA so aussah…

Top retail antivirus 2010

Ja, wir hatten es geschafft. Wir hatten Amerika erobert und waren der führende Antivirus-Anbieter!

So fing also vor zehn Jahren in Nordamerika alles an. Und das haben wir dieser Tage in Woburn gefeiert!

Celebrating 10 years of Kaspersky Lab business in US

Celebrating 10 years of Kaspersky Lab business in US

Celebrating 10 years of Kaspersky Lab business in US

Celebrating 10 years of Kaspersky Lab business in US

Normalerweise schreibe ich ein bisschen viel über die touristischen Seiten meiner Reisen in ferne Länder, doch diesmal mache ich das nicht. Unser Terminplan war zu voll, als dass wir uns etwas hätten ansehen können. Nun, vielleicht abgesehen davon, dass wir New York vom Flugzeug aus gesehen haben…

New York, New York: bird's eye view

Ja, diesmal – so wie auch schon früher – sind wir viel geflogen, hatten viele Treffen, viele Konferenzen, viele Interviews… aber leider nichts Besonderes zu berichten.

Oh, da ist doch eine Sache… sich an die Zimmernummer zu erinnern…

Die Standardfrage, die ich mir beim x-ten Aufwachen im x-ten Hotel stelle, ist „Wo bin ich?“ Das kann man leicht vergessen. Doch eine noch unpraktischere Konsequenz des Gedächtnisverlusts durch City-Hopping ist… die Nummer des Hotelzimmers zu vergessen! Die gestrige Zimmernummer – klar: 909. Die heutige? Keine Ahnung. Mann. Zurück an die Rezeption :-). Ich muss anfangen, die Zimmernummern in mein Handy einzugeben.

Wenn ich gerade von Handys spreche…

Mein geliebtes, gutes, altes, hochgeschätztes Sony-Ericsson-Handy hat den Geist aufgegeben und ist im Schlaf verschieden. Zumindest hat es nicht leiden müssen. Ja, es sieht so aus, als müsste ich mir ein neues „Dog and Bone“ zulegen. Aber ich habe mich so daran gewöhnt, über die… oh, wie viele Jahre? Fast acht – immer dabei auf meinen Tausenden Globetrotter-Reisen. Ich glaube fast, das war das am weitesten gereiste Sony-Ericsson-Handy dieser Serie – aller Zeiten! Das Modell davor war genau das gleiche, allerdings starb es im Jahr 2007 in einem Wald einen heroischen Tod, nachdem es in einem Hurrikan durchweicht worden war.

Bye-bye my dear friend!

Bis später, Leute!…

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