MLAD – Fabriken mit Machine Learning for Anomaly Detection am Laufen halten

Uff, Gott sei Dank ist es vorbei! Das grässlichste Jahr für die meisten von uns ist endlich zu Ende gegangen, over, finito, passé. Wir hoffen einfach mal, dass die Menschen recht haben, die ständig wiederholen, dass 2021 nur besser werden kann, denn schlimmer ist unmöglich, nicht wahr?

Letztes Jahr stand die ganze Welt quasi zehn Monate lang unter Schock. Und damit meine ich nicht nur die Weltbevölkerung – auch private Unternehmen und die verschiedenen Wirtschaftsräume wurden sehr hart getroffen. Leider gibt es einen Sektor, der gar nicht unter der Pandemie gelitten hat und tatsächliche sogar im letzten Jahr aufgeblüht ist – richtig, es handelt sich um Cyberverbrechen. Durch den Lockdown wechselten viele Menschen vom Büro zum Homeoffice und verbrachten viel mehr Zeit online, dementsprechend befanden sich deutlich mehr potenzielle Opfer von Cyberkriminalität im Internet. Das betraf nicht nur individuelle Benutzer, sondern auch Unternehmen – die Mitarbeiter mussten plötzlich zu Hause arbeiten und viele Unternehmensnetzwerke wurden angegriffen, weil sie nicht ausreichend geschützt waren. Im Frühling 2020 war es vorrangig den abrupten Wechsel zu Remote Work schnell über die Bühne zu bringen und demzufolge war Sicherheit nicht immer die oberste Priorität. Kurz gefasst, der digitale Status quo der Welt wurde auch tüchtig von Covid-19 gebeutelt, ein Virus der direkt aus der Hölle zu kommen scheint.

Aufgrund der stark zunehmenden Anzahl von Cyberverbrechen – besonders Angriffe, die es auf die Sicherheitslücken der Unternehmensnetzwerke abgesehen haben – haben Cybersicherheitsunternehmen mehr denn je zu tun. Ja, das betrifft auch uns! 2020 stellte sich für unser Unternehmen als eines der produktivsten Jahre heraus. Beispielsweise haben wir eine beeindruckende Anzahl an neuen Versionen unserer Sicherheitstechnologien herausgebracht, besonders für Unternehmen.

Wir haben auch neue Versionen der Sicherheitslösungen für industrielle Cybersicherheit entwickelt und in meinem heutigen Blogbeitrag geht es um eine dieser Lösungen, und zwar um MLAD. Bitte nicht mit witzigen Online-Videos verwechseln. Auch nicht mit der Abkürzung MLAD, die für Minimum Local Analgesic Dose (Mindestdosis für Schmerzmittel) steht, noch mit MLAD als Abkürzung für Mid Left Anterior Descending Artery (absteigender Ast der linken Koronararterie). MLAD in diesem Kontext bedeutet Machine Learning for Anomaly Detection, eine Technologie die mehr Sicherheit durch maschinelles Lernen bietet.

Wenn Sie unsere Blogbeiträge regelmäßig lesen, erinnern Sie sich eventuell an die eine oder andere Information zu dieser Technologie, die wir bei Kaspersky anwenden. Vielleicht auch nicht. Aber kein Grund zur Sorge, vorsichtshalber folgt eine kurze Auffrischung zu diesem Thema.

Unser MLAD ist ein System, das maschinelles Lernen zur Analyse von Telemetriedaten der Industrieanlagen verwendet, um Anomalien, Angriffe oder Störungen festzustellen.

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen eine Fabrik in der tausende von Sensoren installiert sind – einige messen den Druck, andere die Temperatur usw. Jeder Sensor generiert einen konstanten Informationsfluss. Für einen Mitarbeiter wäre es unmöglich all diese Information im Auge zu behalten, aber für maschinelles Lernen ist diese Aufgabe ein Kinderspiel. Wenn vorweg ein neuronales Netzwerk trainiert wurde, kann MLAD, basierend auf direkten oder indirekten Wechselbeziehungen feststellen, dass etwas in einem bestimmten Bereich der Fabrik nicht richtig funktioniert. Es können Schäden in Millionenhöhe und sogar Verluste von mehreren Millionen vermieden werden, wenn mögliche Vorfälle frühzeitig im Keim erstickt werden.

So, das war die Kurzbeschreibung von MLAD. Jetzt werde ich versuchen die MLAD- Analysen anhand einer medizinischen Metapher detaillierter zu erklären.

Einige von Ihnen besitzen eventuell ein Fitness-Armband. Darauf können Sie Ihren Puls, die Anzahl der getätigten Schritte und ein paar mehr Dinge ablesen. Das Gerät ist mit einigen Sensoren ausgestattet und das war’s auch schon. Nehmen wir an, dass Ärzte über fortschrittlichere Geräte verfügen, die außerdem auch den Blutdruck, die Anzahl von weißen Blutkörperchen usw. messen. Jetzt lassen Sie uns einen Schritt weitergehen und von dem hypothetischen Fall ausgehen, dass Ärzte über ein Gerät verfügen, das mit Zigtausend Sensoren verbunden ist, die am ganzen Körper angebracht sind und jedes Blutgefäß, jede Nervenzelle und alles andere überwachen und kontinuierlich diese Telemetriedaten übertragen. Diese enorme, detaillierte Datenmenge hilft dem Arzt garantiert bei der Untersuchung des Patienten und er kann mithilfe dieser Daten das eine oder andere diagnostizieren und eine Behandlung verordnen. Allerdings würde der Arzt bei der Analyse der großen und komplexen Datenmenge bestimmt Kopfschmerzen bekommen (die auch von einem Sensor festgestellt werden) – Und schwuppdiwupp mit einem im Wind flatternden Umhang und enger Unterhose über den Leggings kommt etwas angeflogen, um dem überlasteten Arzt aufzuhelfen. Sie haben richtig geraten, es ist nicht Supermann, es sind unsere TeKhnologien!

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Online-Konferenz – Auf chinesische Art (komplett mit bahnbrechendem technischen Aberglauben)

Normalerweise ist mein Terminkalender voller Treffen, Presseinterviews, Teilnahme an Ausstellungen, Vorträge auf Konferenzen auf der ganzen Welt. Normalerweise. Dieses Jahr nicht, und ich fühl mich ein wenig verloren, ehrlich gesagt!

Nun, einige der Veranstaltungen, an denen ich teilnehme, sind Einzelereignisse. Einige sind regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen (meist jährlich), an denen ich aber nur ab und zu teilnehme. Es gibt aber auch einige wiederkehrende Veranstaltungen, die für mich persönlich ein Muss sind. Und eine meiner wichtigsten Pflichtveranstaltungen im, wahlweise, Herbst oder frühen Winter ist die Welt-Internet-Konferenz in Wuzhen, die von der Cyberspace-Administration Chinas organisiert wird und an der ich seit 2015 jedes Jahr (d.h. bis einschließlich 2019) teilnehme. Ich habe nur die Einweihung ein Jahr zuvor verpasst. Und in diesem Jahr? Da wurde es nichts mit der traditionellen Reise nach Ost China. Aber ähnlich wie hier bei K, bedeutet die Tatsache, dass ich nicht persönlich anwesend sein kann, nicht, dass eine große und wichtige Veranstaltung nicht trotzdem stattfinden kann. Das ist eine großartige Nachricht, denn das bedeutet, dass ich das, was ich sagen will, immer noch vermitteln kann: den Hauptakteuren des chinesischen Internets – den staatlichen Regulierungsbehörden, den Leitern von Provinzen und regionalen Entwicklungsinstituten, aber auch den Chefs der großen chinesischen Technologieunternehmen; und das alles von einem riesigen Bildschirm aus – vielleicht des größten, den ich je gesehen habe!

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Corona hin oder her – die (globale Partner-Konferenz) Show muss weitergehen!

Bei K haben wir die Tradition, jedes Jahr mit Freunden in die Banja zu gehen und eine Konferenz zu organisieren, zu der wir unsere Lieblings- und wertvollsten Partner und Branchenkollegen einladen. Hierbei handelt es sich um eine globale Veranstaltung, zu der Leute buchstäblich aus der ganzen Welt eingeflogen werden – von Amerika bis Australien (im Gegensatz zu unseren kleineren regionalen und funktionalen Konferenzen).

Mit dieser Tradition haben wir bereits 1999 begonnen (ein Jahr, das ich vor nicht allzu langer Zeit noch einmal Revue passieren ließ), und sie hatte eine Laufzeit von 10 Jahren erreicht, als wir uns entschlossen, sie 2009 in kleinere, privatere Regionalkonferenzen aufzuteilen, da das globale Treffen einfach zu groß wurde. So entstanden getrennte Konferenzen für: Amerika, Europa, den Nahen Osten und Afrika, Asien-Australien sowie Russland und die Nachbarstaaten.

Aber zurück zur Weltkonferenz – die erste fand in Moskau statt. Im folgenden Jahr – in St. Petersburg, im nächsten – in Zypern, dann in Barcelona, Malta und immer weiter entlang der Küstenlinie des Mittelmeers. Dann wuchs der Appetit und führte uns in die Karibik, nach Rio de Janeiro und zu anderen exotischen Orten. Mehr über diese und andere globale Zusammenkünfte erfahren Sie hier.

Einige Jahre, nachdem die Weltkonferenz in regionale Konferenzen aufgeteilt worden war, haben wir sie dann doch irgendwie vermisst. Also machten wir den nächsten, offensichtlichen Schritt: Wir brachten sie zurück! Da uns aber auch die regional ausgerichteten Konferenzen zwischenzeitlich ans Herz gewachsen waren, haben wir diese auch beibehalten. Für die wiederbelebten „Großen“ haben wir uns für das größte Land der Welt als Thema und Kulisse entschieden (na ja, warum nicht?!). Im Jahr 2017 fiel unsere Wahl auf Moskau (wo, wie erwähnt, 1999 die allererste globale Partnerkonferenz stattfand – wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus:), im Jahr 2018 auf St. Petersburg und im Jahr 2019 auf Sotschi. Kurioserweise wären diese Städte vor 20 Jahren einfach nicht in der Lage gewesen, solch große Veranstaltungen auszurichten. Heute schaffen sie es spielerisch, und ich würde sie jedem empfehlen.

Was uns auch schon in dieses Jahr katapultiert …

Auf unseren traditionellen globalen Partnerkonferenzen kommen in der Regel etwa 100-150 Händler und globale Partner persönlich zusammen. In diesem Jahr wollten wir (wie es auch eine Tradition ist!) unsere Fühler ein wenig weiter ausstrecken: auf der Motorsport-Rennstrecke in Valencia. Leider – das Jahr 2020 ist… 2020! Damit ist eigentlich alles gesagt. Die lästige, nervige, allgegenwärtige Quarantäne ist jedoch kein Grund, unsere globale Party nichtsdestotrotz zu feiern. Wir haben sie einfach ein bisschen angepasst: offline > online – eine Mischung aus beidem (ja, wir gehen mit der Zeit:). Der ursprüngliche Plan hatte ~100 Gäste aus 35 Ländern vorgesehen. Und am Ende? 1.800 aus rund 150 Ländern! Oder um es mit der Mutter alles Sci-Fi-Filme auszudrücken: // „Don’t underestimate the power of the global online event, Luke“ 😊 (Unterschätze nicht die Macht des globalen Online-Events, Luke)

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Kaspersky Antidrone – Wir setzen unerwünschten Flughafenskandalen ein schnelles Ende!

Seit einigen Wochen ist dieses mysteriöse, eindeutig hochtechnologische und futuristische Gerät bereits Teil meiner sonst doch sehr minimalistischen Büroeinrichtung in unserer Hauptgeschäftsstelle. Es ist so schick und postmodern, dass es meinen Besuchern sofort ins Auge fällt, sobald Sie das Büro betreten (was übrigens aufgrund unserer allgemeinen Homeoffice-Politik momentan nicht besonders häufig vorkommt). Die erste Frage, die ich dann meistens gestellt bekomme, lautet: „Was ist das?!“ ->

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Ransomware: Hier hört der Spaß auf!

Zunächst einige Informationen zur Vorgeschichte:

Am 10. September wurde das Universitätsklinikum Düsseldorf Opfer eines Cyberangriffs bei dem insgesamt 30 interne Server durch die Ransomware-Malware DoppelPaymer verschlüsselt werden konnten; der Patientendurchsatz sah sich durch diesen Vorfall enorm beeinträchtigt. Nur wenige Tage später war das Klinikum infolge des IT-Ausfalls seiner Installationen dazu gezwungen, einer lebensbedrohlich erkrankten Patientin die Krankenhausaufnahme und eine damit verbundene Notoperation zu verwehren. Die Frau wurde umgehend in ein Wuppertaler Krankenhaus umgeleitet, verstarb allerdings noch auf dem Weg ins benachbarte Klinikum. Es handelt sich hierbei um den ersten bekannten Ransomware-Angriff mit Todesfolge.

Der tödliche Unfall (vorausgesetzt, die Angreifer waren sich einem solch schwerwiegenden Ausgang nicht bewusst) ist und bleibt tragisch – vor allem die Tatsache, dass in diesem Fall grundlegende Regeln der Cybersicherheitshygiene ganz klar vernachlässigt wurden, lässt einiges zu wünschen übrig. Dazu gesellt sich die offensichtliche Unfähigkeit der Strafverfolgungsbehörden, den beteiligten organisierten Kriminellen erfolgreich entgegenzutreten.

Die Hacker konnten das Krankenhausnetzwerk über eine Schwachstelle auf den Citrix Netscaler-Servern, die als Shitrix bekannt ist und bereits im Januar dieses Jahres gepatcht wurde, angreifen. Es scheint, als hätten die Systemadministratoren also viel zu lange mit der Installation des Patches gewartet. Diese Nachlässigkeit ermöglichte es den Kriminellen, in das Netzwerk einzudringen und eine Backdoor zu installieren.

Bis zu diesem Punkt handelt es sich um harte Fakten. Im Anschluss folgen einige Vermutungen, die bis dato so nicht bestätigt werden konnten, die aber dennoch mehr als wahrscheinlich sind …

Es ist nicht auszuschließen, dass die Backdoor in Untergrundforen als „Universitäts-Backdoor“ an andere Hacker verkauft wurde. Tatsächlich zielte der Angriff ursprünglich auf die nahe gelegene Heinrich-Heine-Universität ab. Das geht immerhin aus der von den Erpressern verfassten E-Mail hervor, in der diese ein Lösegeld für die Freigabe der von ihnen verschlüsselten Daten fordern. Nachdem die Hacker auf ihr tatsächliches Angriffsziel aufmerksam wurden, händigten sie dem Krankenhaus umgehend alle Schlüssel zur Entsperrung der Systeme aus (und tauchten ab). All das erweckt den Eindruck, dass Cyberkriminelle kein besonderes Interesse an Krankenhäusern zu haben scheinen. Sie gelten als zu „toxisch“ (wie dieser Vorfall auf die schlimmste – tödlichste – Art und Weise gezeigt hat).

Hinter der Malware DoppelPaymer wird die russischsprachige Hackergruppe Evil Corp, der weitere hochkarätige Cyber- und Ransomwareangriffe (darunter auch der Angriff auf das Garmin-Netzwerk) zugeschrieben werden können, vermutet. Im Jahr 2019 erhob die US-Regierung deshalb bereits Anklage gegen Einzelpersonen der Gruppe Evil Corp und setzte eine Belohnung in Höhe von fünf Millionen US-Dollar für Unterstützung bei der Festnahme dieser Personen aus. Merkwürdig ist, dass die Kriminellen keine Unbekannten sind, sondern bis vor kurzem sogar noch mit ihrem glamourösen Gangster-Lifestyle prahlten – auch in den sozialen Medien.

Quelle

In unserer Welt scheint momentan einiges gewaltig schief zu laufen. Zum einen wäre da die Tatsache, dass Krankenhäuser überhaupt unter den kriminellen Machenschaften skrupelloser Ransomware-Hacker zu leiden haben – auch, wenn das Klinikum den Kriminellen in diesem Fall ganz offensichtlich nur durch eine Verwechselung zum Opfer gefallen ist. Dennoch ist auch das zweite Szenario, das sich aus eben dieser Verwechslung ergibt, nicht besonders vielversprechender: denn es bedeutet nur, dass nun auch Universitäten ins Blickfeld von Cyberkriminellen geraten sind (oft, um Forschungsdaten zu stehlen – einschließlich COVID-19-bezogene Daten). Doch auch aus Cybersicherheitsperspektive gibt es einiges zu bemängeln …

… denn, wie kann ein Krankenhaus überhaupt so nachlässig sein? Eine Schwachstelle nicht rechtzeitig zu patchen, sodass Cyberkriminellen Tür und Tor weit offenstehen und Backdoors ohne Probleme installiert werden können? Wie oft haben wir in der Vergangenheit schon betont, dass FreeBSD (damit arbeitet Netscaler) in keinster Weise sicher, sondern genau das Gegenteil der Fall ist: Hierbei handelt es sich um den „falschen Freund“ eines jeden Cybersicherheitsexperten. Dieses Betriebssystem ist keineswegs immun und weist Schwachstellen auf, die sich für ausgeklügelte Cyberattacken ausnutzen lassen. Und dann wäre da natürlich noch die Tatsache, dass eine so kritische Einrichtung wie ein Krankenhaus (also infrastrukturelle Organisationen) einen mehrstufigen Schutz benötigen, bei dem jede Ebene die andere unterstützt: Hätte das Krankenhaus einen zuverlässigen Schutz für das interne Netzwerk installiert, hätten es die Hacker vermutlich nie so weit geschafft.

Die deutsche Polizei untersucht nun die Vorgänge, die zum Tod der Patientin geführt haben. Und ich hoffe wirklich, dass sich die deutschen Behörden mit einem formellen Ersuchen für Zusammenarbeit bei der Festnahme der beteiligten Kriminellen an die russischen Behörden wenden werden.

Damit die Polizei ein Strafverfahren einleiten kann, muss zumindest eine formelle Erklärung / ein formeller Antrag oder der Gegenstand eines begangenen Verbrechens vorgelegt werden. Presseartikel oder jegliche Art informeller Kommentare oder Ankündigungen werden vom Rechtssystem nicht anerkannt. Mit anderen Worten: Kein formeller Antrag – kein Fall. Wenn es jedoch glaubwürdige Beweise für ein begangenes Verbrechen gäbe, dann würde ein zwischenstaatliches Interaktionsverfahren greifen, das befolgt werden muss. Alles sehr formal, aber so ist es nun mal. Die Regierungen müssen ihre politischen Vorurteile überwinden und gemeinsam handeln. Denn, wie dieser Fall gezeigt hat, stehen bereits Menschenleben auf dem Spiel. Während die internationale Zusammenarbeit durch die Geopolitik weitgehend eingefroren ist, werden Cyberkriminelle immer wieder neue verdorbene Handlungen gegen die Menschheit einleiten.

UPDATE: Der erste Schritt zur Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit ist bereits getan. Ich drücke weiterhin die Daumen …

Übrigens: Ist Ihnen aufgefallen, dass es kaum Nachrichten über erfolgreiche Angriffe von Ransomware-Hackern auf russische Organisationen gibt? Haben Sie sich jemals gefragt, warum das so ist? Ich persönlich werde diese sinnlosen Verschwörungstheorien über Hacker, die angeblich für russische Geheimdienste arbeiten (Humbug, es gibt weltweit viele Ransomware-Gruppen, nicht nur in Russland) nicht einen Augenblick lang in Erwägung ziehen. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass die meisten russischen Unternehmen durch hochwertigen Cyber-Schutz geschützt sind. Und schon bald werden sie durch ein cyber-immunes Betriebssystem geschützt sein. Ja, genau dieser Schutz, der für den Einsatz in staatlichen US-Institutionen verboten wurde. Stellen Sie sich das mal vor.

UPDATE 2: Erst gestern wurde ein Ransomware-Angriff auf eine der größten amerikanischen Krankenhausketten, die UHS, gemeldet: Ihre Computer, die etwa 250 Einrichtungen im ganzen Land versorgen, wurden lahmgelegt, was dazu führte, dass Operationen abgesagt, Krankenwagen umgeleitet und Patientenregistrierungen auf Papier ausgefüllt werden mussten. Es gibt noch keine weiteren Einzelheiten zu diesem Vorfall …

 

Die Top-5 der K-Technologien, die uns ins Global Top-100-Innovators-Ranking katapultiert haben

Wir haben es schon wieder geschafft! Zum zweiten Mal gehören wir zu den Derwent Top 100 Global Innovators und damit zu einer renommierten Auswahl an globaler Unternehmen, die auf der Grundlage ihres Patentportfolios erstellt wurde. Renommiert, da auf der Liste Unternehmen wie Amazon, Facebook, Google, Microsoft, Oracle, Symantec und Tencent stehen. Die Liste ist nicht nur eine Auswahl scheinbar patenttechnisch starker Unternehmen: Sie wurde auf der Grundlage der hervorragenden analytischen Arbeit von Clarivate Analytics erstellt, die mehr als 14.000 (!) Firmenkandidaten nach allen möglichen Kriterien bewertet haben. Das wichtigste Kriterium die Zitierhäufigkeit, auch „Einfluss“ genannt, ist. Und als ob das noch nicht streng genug wäre, ist in fünf Jahren die Mindestanforderung für die Aufnahme in die Top-100 bei diesem Kriterium um etwa 55% gestiegen:

Die Zitierrate ist, um etwas genauer zu sein, der Grad des Einflusses von Erfindungen auf die Innovationen anderer Unternehmen. Für uns geht es darum, wie oft wir von anderen Erfindern in ihren Patenten erwähnt werden. Und formell in einem Patent eines anderen Unternehmens erwähnt zu werden, bedeutet, dass Sie sich etwas Neues, wirklich Innovatives und Hilfreiches ausgedacht haben, was wiederum von der von anderen Firmen für deren „etwas Neues, wirklich Innovatives und Hilfreiches“ genutzt wird. Natürlich handelt es sich hierbei um ein solch etabliertes System der Anerkennung von Innovationen, d. h. hier ist kein Platz für diejenigen, die mit bloßen Mist-Patenten daherkommen. Und das ist der Grund, warum keiner von ihnen auch nur annähernd in die Top-100 kommt. Inzwischen sind wir direkt drin – unter den Top 100 der weltweit innovativsten Unternehmen, die den technologischen Fortschritt wirklich vorantreiben.

Wow, das fühlt sich gut an. Es ist wie ein Schulterklopfen für all unsere harte Arbeit: eine echte Anerkennung für die Beiträge, die wir geleistet haben. Hurra!

Sie wissen ja wie ich bin, immer innovativ und neugierig. Deshalb fragte ich mich, welche unsere fünf meist-zitierten, patentierten Technologien (und deshalb auch die einflussreichsten Patente) sind. Also habe ich einen Blick darauf geworfen. Und hier die Ergebnisse:

Fünfter Platz – 160-mal zitiert: US8042184B1 – „Schnelle Analyse des Datenstroms auf Malware“

Dieses Patent umfasst unsere Technologie, die Datenströme, die über Netzwerk-Gateways laufen, schnell scannt. Sie führt eine Echtzeit-Analyse von Datenstrom-Inhalten getrennt, Segment für Segment, pro Format durch (z.B. Webseiten, Dateien, E-Mails mit Anhängen usw.) und überträgt dann jedes einzelne Element für die entsprechende spezialisierte Verarbeitung. Das bedeutet, dass das gesamte übertragene Datenobjekt nicht zusammengesetzt werden muss. Dies schont die Hardwareressourcen und die Scan-Geschwindigkeit wird stark erhöht, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, Cyber-Bedrohungen zu finden. Diese K-Technologie ist lizenziert an Allied Telesis, D-Link, Nokia, ZyXEL und viele andere Entwickler und Anbieter. Außerdem wird sie in den Patenten von IBM, Webroot, FireEye, Trend Micro, HP, Juniper und anderen zitiert.

Nicht übel, oder? Und das kommt alles aus dem Nordwesten Moskaus und nicht aus Palo Alto.

 

Vierter Platz – 170-mal zitiert: US8214905B1 – „System und Verfahren zur dynamischen Zuteilung von Rechenressourcen zur Verarbeitung von Sicherheitsinformationen“

Cybersicherheit – das geht jeden etwas an, in jeder Hinsicht. Ohne anonymisierte Signale von Benutzern über verdächtige Aktivitäten können Entwickler keinen angemessenen Schutz bieten. Und je mehr Benutzer desto besser: Bei großen Datenmengen sind Anomalien viel leichter auszumachen, was dazu beiträgt, bisher unbekannte Cyberangriffe aufzudecken.

Aber nicht alle Daten sind gleich, und auch nicht alle Nutzer sind gleich. Es gibt verschiedene Niveaus von Fachkenntnissen in der Computernutzung auf Seiten der Benutzer (einschließlich der Gewandtheit in Sachen Computersicherheit). Und je anspruchsvoller ein Benutzer ist, desto wahrscheinlicher werden die Signale, die er (natürlich anonym) sendet, zu einem möglichen Hinweis auf Cyberattacken führen.

Diese K-Technologie bewertet den Grad der Versiertheit der Benutzer anhand der Art und Weise, wie sie ihre Computer benutzen. Zum Beispiel: die Art der Installation des Antivirusprogramms (regulär oder fortgeschritten), ob der interaktive Modus gewählt wird, und andere Software und Ausrüstung, die verwendet wird. Auf der nächsten Ebene wird dann die Benutzeraktivität analysiert, einschließlich der Quantität und Qualität der erkannten Bedrohungen, des Anteils der Fehlermeldungen, der Reaktionsgeschwindigkeit usw. Und je höher die Bewertung der Quelle, desto mehr Gewicht wird ihrer Bewertung beigemessen, und entsprechend wird der Verarbeitung ihrer Daten eine höhere Priorität eingeräumt. Details dazu finden Sie hier.

Dieses Patent wird von NEC, Dell, IBM, FireEye, Symantec, HP, und anderen Unternehmen zitiert. 

 

Dritter Platz – 170-mal zitiert: US8365297B1 – „System und Verfahren zur Erkennung von Malware, die auf den Boot-Prozess eines Computers unter Verwendung der Boot-Prozess-Emulation abzielt“ (Spiegelpatente in Russland: RU2472215C1, in Europa: EP2610774B1, und in China: CN103065094B).

Dabei handelt es sich um eine der besten Technologien der Welt zur Erkennung von Bootkits, gefährlichen bösartigen Programmen, die verdeckt aktiviert werden, noch bevor das Betriebssystem hochfährt, d.h. idR. noch bevor die Sicherheitslösung aktiviert wird. Um Bootkits zu fangen, haben wir eine künstliche Umgebung (einen Emulator) geschaffen, der den Ladevorgang eines Computers nachahmt und darin verdächtige Objekte startet. Die Malware denkt, es sei an der Zeit, sich an die Arbeit zu machen, und startet ihr Standardverfahren… und zack! Gefangen.  Mehr dazu finden Sie hier.

Zitiert von Huawei, Intel, Tencent, Trend Micro, FireEye, Symantec, Palo Alto Networks, und anderen Unternehmen.

 

Zweiter Platz – 179-mal zitiert: US8370939B2 – „Schutz vor Malware auf Web-Ressourcen“ (Spiegelpatente in Russland: RU2446459C1, Europa: EP2410452B1, und China: CN102147842B).

Hier ist die Quintessenz dieser Technologie: Viele Websites (und FTP-Sites) können ohne Zugriffsrechte nicht auf Cyber-Bedrohungen gescannt werden. Die Lösung ist einfach und effektiv: Die AV verwendet Informationen aus dem Admin-Panel der Website, die vom Benutzer zur Verfügung gestellt werden, um die Webressourcen (einschließlich Dateien) zu erreichen. Auf diese Weise kann der AV dann seinem üblichen Tätigkeiten nachgehen und sie auf Malware scannen.

Zitiert von: Dell, IBM, FireEye, Microsoft, Rockwell Collins, F-Secure, PayPal, Trend Micro, Gemalto, Symantec, und anderen Unternehmen.

 

Und zu guter Letzt…

 

Erster Platz – 181-mal zitiert (*): US8713631B1 – „System und Verfahren zur Erkennung von bösartigen Codes, die von einer virtuellen Maschine ausgeführt werden“ (Spiegelpatente in Russland: RU2522019C1 und China: CN103593608B).

Es gibt bestimmte programmierte Anwendungen, die zur Ausführung des Codes eine virtuelle Maschine benötigen. Klassisches Beispiel: Java. Dies wird getan, damit ein Entwickler den Code leicht auf andere Plattformen (Windows, Linux…) portieren kann: der Code ist derselbe, Sie brauchen nur eine virtuelle Maschine, um ihn aufzusetzen.

Cyberbösewichte nutzen Schwachstellen in virtuellen Maschinen aus, um in Computer einzudringen. Darüber hinaus handelt es sich für andere Anwendungen (einschließlich dem Virenschutz) auf der virtuellen Maschine um eine Black Box und einen vertrauenswürdigen Prozess. Die patentierte Technologie ist ein wirksames Mittel, um die Ausführung von Codes auf virtuellen Maschinen mit Hilfe ihrer Änderungen und des Empfangs von Ereignissen zu kontrollieren.

Zitiert von: Intel, FireEye, IBM, ESET, Check Point, Bitdefender, Symantec, und anderen Unternehmen.

 

Abschließend noch ein paar Statistiken, um die oben genannten Innovationen abzurunden:

Die Top-100: beschäftigen 10 Millionen Menschen; erfanden 145.000 Innovationen; gaben 316 Milliarden Dollar für die Forschung aus; und erzielten insgesamt 4,5 Billionen Dollar an Einnahmen!

Sie werden mir sicher zustimmen, einen Platz in den Top-100 zu verdienen, ist nicht nur eine Ehre, auf die man stolz sein kann, sondern auch nur mit Fleiß und Mühe erreicht werden kann. Deshalb ist es umso angenehmer, wenn man es tatsächlich schafft. Es bestätigt, dass wir Innovationen auf globalem Niveau entwickeln, dass wir uns die Rechte sichern und dass wir entsprechende neue Produkte auf den Markt bringen. Und wir verdienen dafür die verdiente Anerkennung. Toll! Wir arbeiten, wir gewinnen. Weiter so mit der guten Arbeit (und dem Gewinnen!).

 

 

(*) Gemäß der Patentdatenbank von Derwent Innovation vom 9. Mai 2020. Die Zitierhäufigkeit nimmt ständig zu; Beispiel: seit dem Verfassen dieses Beitrags wurde erste Platz von FireEye zitiert, so dass die Gesamtzahl der Zitate von 181 auf 182 gestiegen ist.

 

 

Ein Frühwarnsystem für Cyber-Förster (Adaptive Kontrolle von Anomalien)

Wenn Sie normalerweise in einem Büro arbeiten, ist es höchstwahrscheinlich immer noch ziemlich leer oder völlig leer, wie unseres. In unserem Hauptgeschäftssitz sind die einzigen Leute, die Sie gelegentlich sehen werden, die Sicherheitskräfte, und das einzige Geräusch, das Sie hören werden, ist das Summen der Kühlsysteme unserer Server, die mit voller Geschwindigkeit arbeiten, da  alle Mitarbeiter von zu Hause aus angeschlossen sind.

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Sie mögen ressourcenintensive Spiele? Dann wird Sie unser Gaming-Modus interessieren!

Vor fast 30 Jahren, im Jahr 1993, erschien die erste Inkarnation des Kult-Computerspiels Doom. Und es war eben diesem Spiel zu verdanken, dass die wenigen (stellen Sie sich vor!) damaligen Heimcomputerbesitzer herausfanden, dass man sich am besten mit Schrotflinten und Kettensägen vor Monstern schützen kann.

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Cybersicherheit: Wie alles begann – Teil 8: 1998-2000 (Umstrukturierung, Auslandsbüro, Partnerkonferenz).

Die ersten Jahre nach der Firmengründung waren die härtesten überhaupt; wir mussten wirklich alle Stunden darauf verwenden, uns wortwörtlich den Arsch aufzureißen. Es fühlte sich so an, als würden wir konstant eine Springfeder zusammenhalten, nur um diese erst einige Zeit später wieder freizugeben, um das Unternehmen hoch und weit über den Horizont hinaus in die richtige Richtung unserer Wunschvorstellungen schnellen zu lassen (überlegen Sie sich daher gut, welche Luftschlösser Sie bauen 😉). Nach der formellen Registrierung von KL im Jahr 1997 konnten wir mit sehr geringen Ressourcen sehr viel bewegen. Wir hatten kaum Geld (geschweige denn die Mittel), aber das Cybersicherheitsförderband lief (und läuft immer noch) unentwegt weiter: Neue Technologien wurden benötigt, und der Markt forderte neue Produkte. Also arbeiteten wir ununterbrochen, auch an Wochenenden, und hatten kaum einen freien Tag. Aber, woran haben wir eigentlich so hart gearbeitet? Hier ein Beispiel …

Juni 1998: die globale Chernobyl (CIH) Virus-Epidemie. Alle anderen AV-Unternehmen hatten diese Gruppe der Computerviren entweder nicht bemerkt oder sich schlichtweg nicht darum gekümmert – oder waren im Urlaub. Wir hingegen waren eines der einzigen Unternehmen mit einem Produkt auf dem Markt, das den Virus nicht nur fangen, sondern infizierte Systeme darüber hinaus auch heilen konnte. Das gesamte WWW (nein, nicht nur Runet) war mit Links zu unserer Website übersät. Auf diese Weise wurden wir für unsere extrem schnelle Bedrohungsreaktion belohnt – dafür und für unsere Fähigkeit, schnelle Updates mit Verfahren zur Behandlung spezifischer Bedrohungen in die Wege zu leiten. All das, während sich diese spezifische Virengruppe unglaublich geschickt auf Windows-Speichern installierte und ausführbare Dateien infizierte. Diese Tatsache erforderte einen maßgeschneiderten Dissektionsprozess, der ohne die flexible Funktionalität von Updates nicht möglich gewesen wäre.

Also, ja: es war hart. Aber wir konnten tolle Ergebnisse und sind an uns selbst und als Unternehmen gewachsen. Und dann, zwei Monate später, wurde uns eine helfende Hand (des Schicksals?!) der unerwartetsten Art und Weise gereicht …

August 1998: die Russlandkrise, die die Abwertung des Rubels und die Zahlungsunfähigkeit Russlands zur Folge hatte. Für die meisten Russen war das eine besonders schlimme Zeit, aber wir hatten wirklich vieeeel Glück: All unsere ausländischen Partner zahlten uns im Voraus in Fremdwährung. Wir waren Exporteure. Während sich unsere Betriebs- bzw. Arbeitswährung auf einen stark abgewerteten Rubel belief, erreichte uns unser Einkommen in Dollar, Pfund Sterling, Yen usw. Wir waren also nicht nur im Geschäft, sondern auch gut bei Kasse!

Dennoch ruhten wir uns nicht auf unseren „glücklichen“ Lorbeeren aus. Wir nutzten die Zeit, um neue, professionelle – und vor allem teure! – Manager einzustellen. Und schon bald glänzten wir mit kaufmännischen, technischen und finanziellen Direktoren. Wenig später stellten wir dann auch Manager auf mittlerer Ebene ein. Das war unsere erste geschäftliche „Umstrukturierung“ – als das „Team“ zum „Unternehmen“ wurde und freundschaftliche, organische Beziehungen durch eine formellere Organisationsstruktur, Unterordnung und Rechenschaftspflicht ersetzt wurden. Die Umstrukturierung hätte schmerzhaft sein können; war sie aber nicht.

Für weitere Informationen über diese ganze Umstrukturierungssache empfehle ich das Buch Reengineering the Corporation von Michael Hammer und James Champy. Es ist wirklich gut. Andere nützliche Bücher – hier.

1999 eröffneten wir unser erstes Büro im Ausland – um genau zu sein, in Cambridge in Großbritannien. Aber, galt der britische Markt nicht damals schon als einer der schwierigsten Märkte? Also, warum ausgerechnet dort? Eigentlich war es reiner Zufall (mehr dazu weiter unten). Trotzdem mussten wir irgendwo anfangen, und unsere ersten Erfahrungen –einschließlich vieler Fehler und gewonnener Erkenntnisse – in Großbritannien haben dazu beigetragen, dass die Geschäftsentwicklung in anderen Ländern im Anschluss deutlich reibungsloser verlief.

Unsere erste Pressetour fand in London statt, da wir ohnehin für eine IT-Sicherheitskonferenz (InfoSecurity Europe) in der britischen Hauptstadt waren. Und auf eben dieser Pressetour verkündeten wir stolz unsere Absicht, unser erstes Auslandsbüro in Großbritannien zu eröffnen. Aber anstatt uns mit endloser Begeisterung und offenen Armen zu empfangen, fragten die Journalisten uns lediglich: Warum? Schließlich waren Unternehmen wie Sophos, Symantec, McAfee usw. bereits bequem im Land etabliert. Uns blieb in diesem Moment also nichts anderes übrig, als in den totalen Geek-Modus zu wechseln: Wir erzählten den Anwesenden alles über unser wirklich innovatives Unternehmen; über unsere einzigartigen Technologien und Produkte und warum wir genau deshalb um einiges besser waren (und es noch immer sind) als die zuvor genannte Konkurrenz. All dies wurde mit viel überraschtem Interesse zur Kenntnis genommen (ein weiterer Vorteil war übrigens, dass uns seither nie wieder eine wirklich dumme Frage gestellt wurde). Währenddessen hielt ich bei InfoSecurity Europe meine erste Rede vor einem englischsprachigen Publikum, das sich aus zwei Journalisten zusammensetzte, die sich als Freunde unserer Freunde im Virus Bulletin herausstellten und bereits so einiges über uns wussten! Das war übrigens das erste und letzte Mal, dass eine unserer Präsentationen nicht vollständig ausgebucht war (mehr Details hier).

So kam übrigens unsere erste Partnerkonferenz zustande:

Irgendwann im Winter 1998-1999 wurden wir zur Partnerkonferenz unseres OEM-Partners F-Secure (Data Fellows) eingeladen. Auf diese Weise wurde uns das gesamte Partnerkonferenz-Format nähergebracht; eine großartige Idee: alle zusammenzubringen, die neuesten Informationen über Technologien und Produkte auszutauschen, die Anliegen und Probleme der Partner zu erfahren und neue Ideen zu diskutieren. Kein ganzes Jahr später (1999) veranstalteten wir unsere erste eigene Partnerkonferenz; mit rund 15 Partnern aus Europa, den USA und Mexiko, die wir nach Moskau einluden. Auf dem Foto unten können Sie uns alle sehen; neben dem Roten Platz und dem Kreml:

Einige Bilder von unserem Event:

Eines unserer Mottos lautet: Work hard, play hard. Hier erstmals auf einer Partnerkonferenz umgesetzt.

Und das, liebe Leser, glaube ich, vervollständigt meine Chroniken bis zum Jahr 2000. Was nach 2000 geschah? … Ich glaube, ich muss meinem Gedächtnis erst einmal eine Pause gönnen. Lassen wir zunächst anderen Teilnehmern unserer faszinierenden Reise dorthin, wo wir heute sind, mit einigen ihrer persönlichen Erinnerungen, Emotionen und Anekdoten, den Vortritt. Von mir war es das vorerst. Vielen Dank für Ihr Interesse, ich hoffe, es hat Ihnen gefallen!

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 1: 1989-1991

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 2: 1991-1992

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 3: 1991-199x

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 4: CeBIT

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 5: 1996 (der Wendepunkt)

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 6: Die Medien

CYBERSICHERHEIT: WIE ALLES BEGANN – TEIL 6: 1997

Cybersicherheit: Wie alles begann – Teil 7: 1997 (Wir gründen Kaspersky Lab)

Ich bin zurück – und zwar mit noch mehr K-Cyber-Nostalgie. In diesem Beitrag versetzen wir uns zurück in ein ganz besonderes Jahr für das Unternehmen – das Jahr seiner Gründung! Und wie Sie dem Datum unserer Firmenregistrierung entnehmen können, fand diese Gründung am 26. Juni 1997 statt:

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