Grönland, Teil 7 – Gletscher-licious

Wie gestern versprochen, kommen hier ganz VIELE Fotos…

Also, schnappen Sie sich das Popcorn und ein Getränk Ihrer Wahl und dann geht’s los…

Mit all den Mini-Eisbergen, die im Meer herumwippen, drosselt das Boot seine Geschwindigkeit, um sie besser umfahren zu können…

Wasserfall!

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Ein „Wassertaxi“ rast vorbei!

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Eisberge sind eine Sache; ein Gletscher in seinen vollen Ausmaßen ist eine andere! Hier haben wir einen:

Ein Gletscher. Endlich! Einer, der über Jahrtausende mit seiner ständigen Bewegung Berge formt. Beeindruckendes Phänomen.

Kann (tagsüber und nachts, da es hier zu dieser Jahreszeit niemals dunkel wird 😀 ) vom Schiff oder von Land aus gesehen werden – aus einer Kabine im einzigen Hotel hier. Wie gemütlich!

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(Einen großen Dank an Touring Greenland für die Infos; übrigens habe ich nichts im Internet nachgeprüft).

Dieser Gletscher hier heißt Eqip Sermia, und es stellt sich heraus, dass er bei weitem der Größte von allen ist. Unsere Reiseleiter gaben uns ein paar Fakten und Zahlen zum Gletscher, die mich, wie man erwarten kann, neugierig machten. Sie werden sehen, was ich meine…

Also, nach dem, was sie sagten, bewegte sich der Gletscher zwischen 1912 und 2007 mit einer Geschwindigkeit von zwei bis drei Metern am Tag am Tal entlang, in dem er sich befindet. Jedoch zeigten Messungen 2014 erstaunliche 11 bis 15 Meter am Tag.

Noch mehr Zahlen: Der höchste Punkt des Gletschers über dem Meeresspiegel – ~200 Meter; die Durchschnittstiefe des Gletschers unter dem Meer (der auf dem Meeresboden liegt) – ~100 Meter. Und seine Länge – 3.500 Meter. Wenn uns der Taschenrechner nicht täuscht, ergibt das:

300m x 13m/Tag (ca.) x 3500m = ~14 Millionen Kubikmeter Eis am Tag; d.h. ~570.000 Kubikmeter pro Stunde! Mehr als eine halbe Millionen Kubikmeter Eis!!! Einen Moment. Das kann mit Sicherheit nicht richtig sein?

Also, womit sollte ich das vergleichen, damit es greifbarer wird? Mal sehen…

Ein Eisenbahnwagon enthält 100 Tonnen Ladung. Also macht das 5.000 Wagons pro Stunde. Die Länge eines solchen Wagons beträgt ungefähr 20 Meter. Das heißt, dass die „Eislieferung“ in Eisenbahnworten… ein Zug aus Wagons ist, die sich pro Stunde 100km ausdehnen! Das macht es nun einfacher, die umfassende Weite zu erfassen… Ach du meine Güte!

Ok, das sind die Zahlen. Aber man kann auch manchmal sehen, wie sich Eisberge bilden  – zumindest auf Videos, wie diesem oder diesem, beide in Grönland aufgenommen, letzteres in der Nähe von Ilulissat. Zufällig war der Eisberg, der mit der Titanic zusammenstieß, ursprünglich aus Grönland.

Das Geräusch eines riesigen Eisklotzes, der aus einem noch größeren herausbricht, erinnert an vergangenes Kanonenfeuer. Und das Eis, das ins Wasser fällt (oder vom Meeresboden aufsteigt), kann einen Mini-Tsunami mit mehr als 20 Meter hohen Wellen auslösen. Sie haben selbst Schilder hier oben, die den Sicherheitsabstand von den Quellen des Tsunamis vorgeben.

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Details zum Leben eines Gletschers/Eisbergs findet man hier auf Schildern an den Wänden. So genau konnte ich das alles nicht im Internet finden, aber ich habe mich auch nicht übermäßig angestrengt.

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Zu beobachten, wie die Eisberge sich von hier nach dort bewegen, und das gelegentliche Getöse, wenn ein Eisberg oder Gletscher bricht, ist pure Wonne. Das könnte man tagelang machen…

Hier ist ein Hinweisschild, das über die verschiedenen Gletscher-Highlights informiert; falls Sie sich das näher anschauen wollen…

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Aber leider Gottes hatten wir für Spaziergänge nicht genug Zeit – unser Hubschrauber war bereits zurück, um uns für weitere überwältigende Luftaufnahmen von all den Gletschern abzuholen…

Bright red – naturally :)Knallrot – natürlich 🙂

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Und weiter ging’s!

Ist das Popcorn alle? Nun, das ist echt blöd: holen Sie Nachschub! Da kommt nämlich noch mehr…

Hier haben wir den Gletscher von oben:

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Im Sommer bewirkt die strahlende Sonne, dass recht viel Eis schmilzt, wodurch sich Wasser für Flüsse bildet – und manchmal flache Seen oben auf den Gletschern:

Wir landeten auf dem Gletscher. Zeit für einen Spaziergang!

Diese seltsamen Löcher… Es stellt dich heraus, dass sie durch den Staub entstehen, der sich auf dem Gletscher absetzt. Der Staub erwärmt sich in der Sonne und bohrt dann Löcher ins Eis. Woanders bringen Flüsse den Staub zusammen und es entstehen schwarze sandige Klumpen.

Wenn man den Schmutz anfasst, fühlt er sich wie frisch gemahlene Kaffeebohnen an. Unsere Reiseleiter erklärten uns, wie der Schmutz erforscht wurde und herausgefunden wurde, dass er von der ganzen Welt nach Grönland kommt – selbst aus der Sahara. Sie informierten uns auch darüber, dass der größte Teil des Staubs – 95% – einen natürlichen Ursprung hat (Wüsten und Vulkane, Meteoriten und anderer Weltraumstaub), und dadurch nur 5% vom Menschen kommen.

Ooh, was für ein schöner Fluss…

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So klar und blau…

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So einladend…

Ja – das muss sein…

Sobald meine Wenigkeit es vorgemacht hatte, konnten unsere Reiseführer nicht widerstehen und nahmen die Herausforderung an! Also startete der Wettkampf – Grönland vs. Russland!

Erfrischend intensiv. Sehr cool: im doppelten Sinne des Wortes :).

Leider Gottes gewann die heimische Mannschaft. Das war natürlich klar: sie kennen schließlich das Revier).

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Tatsächlich sind unsere Reiseleiter vorher noch nie in den Flüssen geschwommen. Und sie hatten auch noch nie jemanden gesehen, der in Badesachen ins Wasser gesprungen wäre! Nachdem sie es mit uns einmal ausprobiert hatten, und feststellten, dass es möglich ist, fügten sie „ein kurzes Bad nehmen“ zu ihrer Liste „lustige Dinge, die man unbedingt tun muss“, wenn man auf einem Gletscher ist, hinzu :).

Hinweis – wenn Sie jemals nach Grönland (natürlich nicht viele von Ihnen, das weiß ich) und mit einem Helikopter auf einen Gletscher (noch weniger von Ihnen, das weiß ich auch) kommen sollten, und sich dazu entschließen, ein Bad zu nehmen (noch jemand übrig?), ähm, tragen Sie Flip-Flops: das Eis darunter ist – Sie können es erahnen – eiskalt. Und noch etwas anderes: Nutzen Sie ein Sicherheitsseil, nur für alle Fälle.

Es ging zurück in den Hubschrauber und dann weiter…

Hier sind ein paar Wale. Sie waren jedoch recht weit weg, wodurch wir sie nicht genau sehen konnten. Wir hatten eine viel besser Sicht auf Wale in Hawaii.

Leute, das war es jetzt von den Gletschern und Eisbergen, und beinahe auch aus Grönland. Es fehlt nur noch ein PS – zu den örtlichen Unterkünften und der Aussicht und den Geräuschen in und um eine grönländische Stadt: bald mehr dazu!…

In der Zwischenzeit

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